Liebe Freunde, es freut mich ausserordentlich, auf dieser Seite Beiträge und Bilder -verfasst von Thonetfreunden und Bugholzkennern- präsentieren zu dürfen!
KURZBIOGRAFIE zu THONET:
Michael Thonet absolviert eine Lehre als Kunsttischler und gründet mit 23 Jahren seine eigene Möbeltischlerei in Boppard. 1830 gelingt ihm seine Idee, Möbelteile aus verleimten Furnierstreifen herzustellen. Schliesslich bringt er ganze Stühle auf den Markt und erwirkt Patente in England, Frankreich, Belgien und Österreich. 1841 folgt er dem Rat des Fürsten von Metternich, mit seinen Möbeln nach Wien zu kommen. Kurz darauf übersiedelt die Familie Thonet nach Wien. Dort arbeitet Thonet zunächst als Subunternehmer für Tischler oder Parketthersteller. 1850 erhält Thonet den Auftrag, das Kaffeehaus Daum in Wien mit seinen Sesseln Nr. 4 auszustatten. Weitere Folgeaufträge folgen Schlag auf Schlag. Die Firma wächst rasant. 1853 überträgt Michael Thonet sein Geschäft seinen 5 Söhnen, die Firma Gebrüder Thonet entsteht. 1859 entwickelt die Firma Thonet den Stuhl Nr. 14 aus komplett massivgebogenem Buchenholz, erfolgreichstes Sitzmöbel aller Zeiten. Der Stuhl, bestehend aus nur 6 miteinander verschraubten Teilen wird bald in Millionenstückzahlen produziert. Thonet erhält für seine Möbelerzeugnisse zahlreiche Auszeichnungen. An der Weltausstellung in Paris 1867 sogar die höchste Auszeichnung, die Goldmedaille. Nur wenige Jahre später beschäftigen die Thonets 4500 Arbeiter in ihren Fabriken. Täglich werden bis zu 2000 Möbelstücke fabriziert. Die Firma Thonet existiert heute noch in D-Frankenberg und produziert eine ansehnliche Palette an Möbeln, unter anderem auch die klassischen Stuhlmodelle.
HEINZ KÄHNE
Niemand kann uns die Spuren Michael Thonets besser aufzeigen, als der passionierte Thonetsammler und Kenner Heinz Kähne aus Boppard. Er erzählt auf spannendste Weise und wie kein anderer, wie und wo Thonet in seiner Heimatstätte Boppard einst gelebt hat. Im Bild Heinz Kähne (auf einem Thonet-Raucherstuhl) vor einer Darstellung der Stadt Boppard um 1900.
Das Anwesen links vorne im Bild zeigt die Villa von Michael Thonet JUNIOR, der nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Firmenleitung von Wien in seine Heimatstadt nach Boppard zurückgekehrt ist und im Rheinbogen (Ortsausgang Richtung Koblenz) 1882/84 ein prachtvolles Schlösschen errichten liess. Die Grundsteinlegung erfolgte am Samstag, 02. September 1882. Durch zwei grosse Hochwasser im gleichen Jahr wurde das Haus erst 1884 bezugsfertig. Der Abriss erfolgte im Jahr 1935.
Heinz Kähne ist der Faszination gebogener Möbel etwa 1994 erlegen. Nach ersten Fundstücken auf dem Flohmarkt hat er eine kleine Bugholzmöbel-Sammlung zusammengetragen. Heinz Kähne restauriert seine Möbel selbst. Zudem kümmert er sich um das Aufstöbern und Auswerten von Dokumenten zum Thema. Sein 1999 erschienenes Taschenbuch „Thonet. Bugholz-Klassiker“ ist mittlerweile längst vergriffen. Es folgte die Publikation eines Museumsführers durch die Thonet-Abteilung des Museums in Boppard und weitere Aufsätze.
Aktuell hat Heinz Kähne ein weiteres Taschenbuch mit dem Titel „Die Thonets in Boppard“ im Sutton-Verlag auf den Markt gebracht. Erstmals wird hier explizit die Familien-geschichte der Thonets aus regional-geschichtlichem Blickwinkel vorgestellt. Das Buch will informieren und unterhalten und ist daher in einer gut lesbaren Sprache abgefasst. Zahlreiche Dokumente – wie eine unglückliche Liebes-geschichte um Thonets Sohn Michael junior – werden hier erstmals der Öffentlichkeit bekanntgemacht und so erfahren auch etablierte Kenner in diesem Buch eine ganze Menge Neuigkeiten aus dem Familienleben der Thonets.
Heinz Kähne bietet auch Führungen durch die Thonet-Abteilung des Bopparder Museums an. Kontakt: heinzhkaehne@gmx.de
PETER ELLENBERG D - KLÜTZ / OSTSEE
Es ist mir eine grosse Ehre, Peter Ellenberg für meine Seite "Freunde" gewinnen zu dürfen. Er ist für uns Thonetologen, Historiker, Forscher, Sammler und Thonet-Freunde allgemein, die wohl meist gefragte Persönlichkeit und "Kapazität" schlecht hin. Vielen Dank Peter an dieser Stelle für Deine interessanten und zahlreichen Hinweise zu Thonet-Fragen.
Es begann alles mit der Suche nach einem Stuhl, der zu meinem antiken englischen Sekretär passen sollte, ohne so dominant zu sein, dass das alte Stück dahinter verschwindet. Nach langer Suche fand ich einen genial konstruierten, schlichten und bequemen Sessel, der ideal für diesen Zweck erschien. Es war der "Corbusier" von Thonet, dort als Modell B 9 bezeichnet. Der Zustand allerdings war "ruinös", eine komplette Restaurierung dringend erforderlich. Nachdem mir als gelerntem Holzwurm dies bestens gelungen ist, war das Feuer entfacht, das Interesse an Thonet Möbeln nicht mehr zu bremsen. Das war 1978. Von da an war kein Weg zu weit, um auf Flohmärkten in Süddeutschland, Frankreich und der Schweiz nach Schätzen zu suchen. Je schlechter der Zustand, um so größer der Ehrgeiz, "daraus wieder was zu machen". Auf diese Weise entstand in annähernd 25 Jahren die wohl umfassendste und interessanteste Thonet–Sammlung, beginnend mit dem "Bopparder Stuhl", bis zu den Modellen des beginnenden 20. Jahrhunderts. Sie steht heute in der "Pinakothek der Moderne", dem 2002 eröffneten Design – Museum in München.
Viele meiner Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen habe ich publizieren können, Vieles harrt noch der Bearbeitung. Mit dem Buch "THONET MÖBEL Ein Handbuch für Liebhaber und Sammler" ist meinem Mitautor Albrecht Bangert und mir 1993 das gelungen, was wir nicht zu hoffen wagten: es besitzt fast jeder Sammler und Händler, ein wirkliches Handbuch also.
Nach wie vor bin ich ein begeisterter Thonet – Sammler, jedoch weniger der Möbel, sondern besonders aller gedruckten Sachen, die meine Forschungen voranbringen können: historische Berichte, Fotos, Kataloge, Anzeigen und dergleichen. Dies nicht nur von Thonet, sondern von und über alle Firmen, die sich je mit Bugholzmöbeln befasst haben. Auch bin ich gern bereit, meine Erfahrungen und Erkenntnisse an Interessierte weiter zu geben. Kontakt: Peter Ellenberg, D – 23948 Klütz-Grundshagen, Dorfstrasse 23, Tel: 038825 24303, Fax: 37495 e-Mail: peter.ellenberg@t-online.de
JULIO VIVES CHILLIDA / BARCELONA
Julio Vives Chillida, mein Freund aus Barcelona, passionierter Bugholzkenner, Restaurator und Buchautor.
e-mail: juliovivesch@yahoo.es
LUC SNOECKX UND AGNES DIERCKX / HASSELT-BELGIEN
Ich habe Luc und Agnes als zwei ausserordentlich aufmerksame und nette Menschen kennengelernt. Sie sprechen beide nebst Englisch auch ein exzellentes Deutsch. Luc hat ausserdem über die Geschichte der Bugholz-Industrie in der Stadt Ath in Belgien eine hoch-interessante Geschichte mit Bilddokumentationen verfasst. Hier sehen Sie eine kleine Auswahl ihrer Sammlung.
Luc: Professor Physiology (Faculty of Medicine, Maastricht University; Faculty Biomedical Engineering, Eindhoven University of Technology, the Netherlands).
Agnes: beauty specialist ("Agnes Dierckx Schoonheidszorgen" in Hasselt, Belgium).
Agnes and Luc are bentwood furniture collectors since 1998. They are especially interested in the development of the history of bentwood furniture and in the Belgian branch of Bentwood industry (Cambier, Herman-Carton, Carton-Herman, Delmée, Sansen, etc.). Furthermore they try to stimulate contacts between bentwood collectors. As such they are very interested in the development of various private collections. They restore furniture to a limited amount.
Ulrich Fries finden Sie an der Bleibtreustrasse 53 in 10623 Berlin. Er sammelt Bugholzstühle seit 1967 und kennt sich mit der Geschichte Thonets aus, wie kaum ein anderer. Ulrich Fries denkt aber weit über den Rahmen hinaus. Die Einzigartigkeit seiner Philosophie und Denkweise über die Möbel aus an Dampf gebogenem Holz kann man nicht beschreiben. Ulrich Fries muss man persönlich kennengelernt haben, um einen ganz anderen Blickwinkel zur Thonetgeschichte zu erhalten. Vielen Dank an dieser Stelle, Ulrich! Und einen lieben Gruss nach Berlin. Adresse: Ulrich Fries, Bleibtreustrasse 53, 10623 Berlin, Telefon 0049 30 313 46 05, 12 - 18.30 Uhr, e-mail: ulrichfries@thonetantik.de
"Thonet und ... Re-Design, Gedanken zum Ausschuss-Problem in der Bugholzindustrie", geschrieben von Ulrich Fries anlässlich des Thonetologenforums in Klütz 2003. Herausragendes hochinteressantes und humorvolles Heft in der sonst sehr einschlägigen Fachliteratur.
DIETER STAEDELI / CH-BASEL
Thonetsammler und Bugholz-Restaurator seit 1991. 1998 habe ich Studien über Möbelinserate aus Schweizer Zeitungen des 19.Jh verfasst. Sie beinhalten zahlreiche Dokumente mit historischen Möbel-Abbildungen, Schwerpunkt "Möbel aus gebogenem Holz" und "Möbel aus gebogenen Eisenstäben". Fachvortrag über "Neyger-Möbel" am Thonet-Tag in Boppard im Juni 2005.
Über Hinweise oder Kennzeichnungen der aus Wien stammenden sogenannten "Neyger Möbel" bin ich äusserst interessiert. Bitte rufen Sie mich sofort an unter 0041 61 273 13 51 oder per e-mail dieterstaedeli@bluewin.ch . Eine Vielzahl dieser aufwändig getischlerten und im Schichtholzverfahren verleimten Möbelgattungen wurde in der Schweiz gefunden. Der Fundort des gezeigten Möbels ist leider völlig unklar! Wer kann die entscheidenden Hinweise liefern?